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HIRNFORSCHUNG Vertrauen sitzt tief im Gehirn Neurologen haben entdeckt, wie und an welchem Ort Vertrauen im Gehirn aufgebaut wird. Offensichtlich wird die menschliche Schaltzentrale dabei von einem zentralen Prinzip regiert: 'Wie Du mir, so ich Dir.'
DDPAutokauf: Eine Frage des Vertrauens, vor allem bei Gebrauchtwagen Menschliches Vertrauen scheint oftmals unergründbar - ganz besonders, wenn es um Geld geht. So überlegen wir meist dreimal, ob wir einen (nicht ganz so zuverlässigen) Bekannten finanziell unterstützen. Einem komplett Unbekannten vertrauen wir dagegen, wenn er als Versicherungsvertreter an der Haustür klingelt, mitunter ohne langes Nachdenken unsere Ersparnisse an. Neurologen vermuten daher, dass ein gewisses Grundvertrauen tief im menschlichen Gehirn verankert ist, das nur durch Erfahrungen und rationelle Abwägungen gebremst werden kann. Um diese Hypothese zu testen, haben Forscher aus Texas und Kalifornien jeweils zwei Probanden einem Tauschspiel mit echtem Geld unterzogen. Wie das Team um Brooks King-Casas vom Baylor College of Medicine in Houston im Fachmagazin 'Science' berichtet, wurden die beiden Testpersonen dazu in zwei Kernspintomographen gesteckt - einer in Texas und einer in Kalifornien. Die beiden Freiwilligen, ein 'Investor' und ein 'Treuhänder', konnten sich weder sehen noch hören. Um das gegenseitige Vertrauen zu testen, bekam der Investor zehn Runden lang jeweils 20 Dollar in die Hand gedrückt. Einen beliebigen Teil davon - zwischen 0 und 20 Dollar - konnte er dann an den Treuhänder weitergeben. Dieser Betrag wurde von den Forschern automatisch verdreifacht. Abschließend hatte der Treuhänder die Möglichkeit, einen ebenfalls frei wählbaren Betrag zurück an den Investor zu geben. Das Spiel ging von vorne los. Das Gehirn ist nachtragend Dabei zeigte sich, so Brooks King-Casas, dass das gegenseitige Vertrauen stark vom vorherigen Verlauf des Austausches abhing: Hatte der Treuhänder das Geschäft fair und zum gegenseitigen Vorteil abgewickelt, erhöhte der Investor in der nächsten Runde seinen Tauscheinsatz. Genau das umgekehrte Verhalten zeigte sich, wenn der Investor in der Runde zuvor von der Knauserigkeit des Gegenübers enttäuscht worden war. Während dieses Verhalten erwartet worden war, erlebten die Forscher bei der Auswertung der Aufnahmen des Kernspintomographen eine Überraschung: Bei den 48 untersuchten Paaren zeigten sich eindeutige Aktivitäten in einem bestimmten Bereich des Gehirns - dem so genannten Nucleus caudatus ('Schweifkern'), der ansonsten für bewusste Bewegungen aber auch fürs Verlieben zuständig ist. Die Gehirnaktivitäten waren dabei besonders hoch, wenn der Investor seinen Einsatz als Reaktion auf zuvor gezeigtes Vertrauen steigerte. Wurde der Investor dagegen finanziell enttäuscht und so aufgebautes Vertrauen zerstört, ging auch die Aktivität im Nucleus caudatus zurück. Gleichzeitig zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Höhe der ausgetauschten Geldbeträge und der Stärke der Impulse. Vertrauen drückt aufs Tempo Offensichtlich spiegeln sich im Gehirn, so die Schlussfolgerung der Forscher, sowohl die Fairness des Investors als auch die Vertrauenswürdigkeit des Treuhänders wider. Eine These, die durch eine weitere Beobachtung untermauert wurde: In späteren Runden, wenn sich der Treuhänder bereits eine Meinung über die Zuverlässigkeit des Investors bilden konnte, fiel die Vertrauens-Entscheidung im Gehirn durchschnittlich 14 Sekunden früher als zu Beginn. Die aktuelle Studie, die laut 'Science' von Kollegen als 'sehr wichtig' und 'außerordentlich gut gemacht' eingestuft wird, soll nun auch helfen, andere soziale Prozesse zu ergründen. Die Forscher hoffen, insbesondere Krankheiten wie Autismus und Schizophrenie, bei denen soziale Signale falsch verstanden oder ausgesandt werden, besser zu verstehen.
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