Endorphin
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Endorphine, Kurzform von 'endogene Morphine', sind vom Korper selbst produzierte Morphine, die schmerzlindernd bzw. schmerzunterdruckend (analgetisch) wirken. Nachgewiesen wurden die Endorphine zuerst von schottischen Forschern 1975 im Zwischenhirn eines Schweines. ( John Hughes and Hans Kosterlitz) Der erste gebrauchliche Name war deswegen auch 'Enkephaline' (vom griechischen Wort enkephalos, 'im Kopf'). Endorphine stehen in Verbindung mit der Produktion von Sexualhormonen und greifen regelnd in Empfindungen wie Hunger und Schmerz ein.
Geburtswehen werden von den Wirkungen der Endorphine begleitet. Das Endorphinsystem wird auch in anderen Extremsituationen aktiviert. Die Endorphinausschuttung ist der Grund, warum manche schwer verletzten Menschen zunachst keine Schmerzen verspuren. Bestimmte korperliche Anstrengungen (Langstreckenlauf, Runners High) und Schmerzerfahrungen (z.B. bei BDSM-Spielen) konnen moglicherweise durch die Ausschuttung von Endorphinen einen Gluckszustand hervorrufen. Diese Wirkung ist unter Medizinern jedoch umstritten.
Interessanterweise werden Endorphine auch beim Konsum bestimmter Gewurze wie Chili (Inhaltsstoff Capsaicin) produziert. Verletzungen, aber auch UV-Licht und positive Erlebnisse wie Lachen losen die Ausschuttung von Endorphinen aus, was ihnen den leicht irrefuhrenden Namen Gluckshormone eingebracht hat. Es handelt sich bei Endorphinen nicht um Hormone.
| Table of contents |
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1 Chemie
2 Wirkungsweise, Rezeptoren
3 Biologie
4 Siehe auch
5 Weblinks
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Chemie
Chemisch gesehen handelt es sich um kurze Neuropeptide, die an Opiatrezeptoren binden. Endorphine besitzen als gemeinsames Strukturmerkmal eine Peptidgruppe mit 5 Aminosauren der Sequenz Tyrosin-Glycin-Glycin-Phenylalanin-Methionin .
Die bekanntesten Endorphine sind α-, β- und γ-Endorphin. β-Endorphin scheint in Hinblick auf die Schmerzunterdruckung am wirksamsten zu sein.
Die Aminosauresequenz von β-endorphin ist:
Tyr-Gly-Gly-Phe-Met-Thr-Ser-Glu-Lys-Ser-Gln-Thr-Pro-Leu-Val-Thr-Leu-Phe-Lys-Asn-Ala-Ile-Ile-Lys-Asn-Ala-Tyr-Lys-Lys-Gly-GluOH (Fries, 2002).
Wirkungsweise, Rezeptoren
Rezeptoren fur Endorphine und Opiate finden sich beispielsweise in der grauen Substanz des Ruckenmarks. Weiterhin sind sie auch an vegetativen Synapsen und anderen Gehirnbereichen zu finden. Selbst in peripheren Strukturen wie z.B. Gelenken gibt es wahrscheinlich Opiatrezeptoren. Im Ruckenmark wird bei Erregung der Endorphinrezeptoren ein Schmerzreiz unterdruckt, wenn er uber die zufuhrenden ( afferenten) Nerven im Ruckenmark ankommt, umgeschaltet und ins Gehirn weitergeleitet werden soll.
Der genaue Wirkmechanismus der Endorphine ist noch nicht in allen Details geklart. Man weiss aber, dass Endorphine die dopaminerge Reizleitung unterdrucken konnen. Es wird dann vermehrt Dopamin in den Synapsen ausgeschuttet.
Biologie
Die Grunde fur die biologische Existenz der Endorphine und den Regeln fur ihre neuroendokrine Freisetzung sind nur ansatzweise untersucht. Bei dem (Sucht-)Potential der Endorphine ist es deutlich, dass sie - zumindest fur viele Menschen - verhaltensrelevant sind. Geburtswehen, Einflusse auf die Produktion von Sexualhormonen und vereinzelt nachgewiesene Wechselwirkungen mit dem Sexualverhalten sprechen allerdings eine deutliche Sprache in Bezug auf die Suche nach der originaren Bestimmung des Endorphinsystems in Korper.
Siehe auch
- Opiate, Opioide, Opium, Drogen
Weblinks
- http://www.weltderwissenschaft.de/pages/opiate.htm
- http://www.hr-online.de/fs/servicegesundheit/archiv/010524.html
- http://www.gesundheit.de/roche/ro07500/r9848.html
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